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Damit im Ernstfall Gewissheit besteht

Ab heute kann der Entscheid, ob man seine Organe und Gewebe spenden will oder nicht, im Nationalen Organspenderegister festgehalten werden. Swisstransplant stellt dafür eine Datenbank bereit. Damit entsteht eine zeitgemässe Alternative zur Organspende-Karte mit dem Vorteil, dass der Entscheid im Gegensatz zur Karte jederzeit auffindbar ist. Ein Eintrag ins zentrale Organspenderegister ist freiwillig, kann jederzeit geändert werden und sorgt bei Angehörigen für Gewissheit, im Sinne der verstorbenen Person zu handeln.

Steht bei einem Todesfall auf einer Intensivstation die Frage nach einer Organspende im Raum, kennen mehr als die Hälfte der Angehörigen den Wunsch des Verstorbenen nicht. In dieser schwierigen Situation müssen die Angehörigen stellvertretend im Sinne des Verstorbenen entscheiden – eine sehr belastende Situation. Damit künftig Gewissheit besteht, ob das verstorbene Familienmitglied seine Organe und Gewebe spenden wollte oder nicht, hat Swisstransplant das Nationale Organspenderegister entwickelt. «Im Nationalen Organspenderegister können ab sofort alle Personen, die mindestens 16 Jahre alt sind und in der Schweiz oder im Fürstentum Liechtenstein wohnen, ihren Entscheid für oder gegen eine Organ- und oder Gewebespende festhalten», so Pierre-Yves Maillard, Präsident der Stiftung Swisstransplant, anlässlich der Medienkonferenz zur Lancierung des Nationalen Organspenderegisters in Bern. Der Eintrag im Register ist freiwillig und kann jederzeit geändert werden.

«Bei einem Todesfall im Spital wird bei weniger als 10 Prozent der Patientinnen und Patienten eine Organspende-Karte gefunden. Und aus der Praxis wissen wir, dass in über 50 Prozent der Angehörigengespräche im Spital eine Organspende abgelehnt wird. Angehörige kennen den Wunsch des verstorbenen Familienmitglieds leider nur selten», unterstreicht Prof. Dr. med. Christoph Haberthür, Vize-Präsident der Stiftung Swisstransplant. Mit einem Registereintrag wird es für alle Betroffenen und Beteiligten einfacher: Der Eintrag führt zu einer Entlastung in einer ohnehin schwierigen Situation. «Es geht letztendlich und ausschliesslich um die Umsetzung des Wunsches der verstorbenen Person», bestätigt Prof. Haberthür.

Eintrag in wenigen Schritten

PD. Dr. med. Franz F. Immer, Direktor Swisstransplant, erklärt, wie einfach der Entscheid über www.organspenderegister.ch eingetragen werden kann: «In wenigen Schritten kann festgehalten werden, ob man seine Organe und Gewebe spenden will oder nicht. Wer nur gewisse Organe spenden will, kann die entsprechende Auswahl treffen oder eine Vertrauensperson bestimmen, die dereinst über die Frage entscheiden soll. Zudem kann man eine Mitteilung an die Angehörigen hinterlegen und ein Foto von sich hochladen», führt Franz Immer aus. Im Nationalen Organspenderegister kann erstmals auch der Wille geäussert werden, ob man nicht transplantierbare Organe oder Gewebe für

Forschungszwecke zur Verfügung stellen will oder nicht.

Für Sicherheit ist gesorgt

«Den Entscheid abfragen können nur Fachpersonen im behandelnden Spital, nachdem bei einer aussichtslosen Prognose der Therapieabbruch entschieden wurde und die Frage nach der Organ- und Gewebespende im Raum steht», versichert Franz Immer. Ist ein Eintrag vorhanden, stellt Swisstransplant dem anfragenden Spital das hinterlegte Datenblatt mit dem Entscheid zu. Das weitere Vorgehen wird mit den Angehörigen besprochen. Dadurch erhalten Angehörige wie auch das Spitalpersonal die Sicherheit, im Sinne der verstorbenen Person zu handeln.

Kontaktstellen - Die Registrierung im Spital oder auf der Einwohnerkontrolle

Ein Eintrag ins Register wird im Rahmen der Patientenaufnahmen künftig in ausgewählten Spitälern möglich sein. Denkbar ist, dass auch Einwohnerkontrollen Register-Kontaktstellen sind. Swisstransplant ist mit interessierten Pilot-Spitälern und Gemeindeverwaltungen im Gespräch.


Swisstransplant

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