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Projekt Volksinitiative

Das Projekt bezweckt eine Änderung der Gesetzgebung, dass grundsätzlich bei allen Verstorbenen von einer vermuteten Zustimmung zur Organ- und Gewebespende ausgegangen werden kann, ausser die Person hat sich vor ihrem Ableben dagegen ausgesprochen.

Projekt

Unser Projekt bezweckt eine Änderung der Gesetzgebung dahingehend, dass grundsätzlich bei allen Verstorbenen von einer vermuteten Zustimmung zur Organ- und Gewebespende ausgegangen werden kann, ausser die Person hat sich vor ihrem Ableben dagegen ausgesprochen.

Um dies zu erreichen, lancieren wir eine Volksinitiative und sammeln die dafür nötigen 100’000 gültigen Unterschriften, damit das Schweizer Volk darüber entscheiden kann.

Worum geht es konkret?

Jedes Jahr sterben etwa 100 Menschen, weil Organe fehlen. Dies entspricht zwei Menschen pro Woche. In der Schweiz warten im Augenblick über 1480 Menschen auf eine Organspende. Da ein einzelner Spender sieben Organe für maximal acht Empfänger spenden und somit mehreren Menschen das Leben retten kann, möchten wir das Bewusstsein für die Thematik in der Bevölkerung fördern und erreichen, dass sich die Menschen eine Meinung bilden.

Momentan benötigen Organspender in der Schweiz eine Organspende-Karte und/oder sie erklären ihre Zustimmung zur Entnahme gegenüber Familienangehörigen.

Theoretisch sind wir also alle ab dem Augenblick unserer geäusserten Zustimmung potenzielle Spender. In der Praxis wendet man sich jedoch im Todesfall an die Angehörigen, was häufig, das heisst in über 60 Prozent der Fälle, zu einer Ablehnung führt. Der wichtigste Grund hierfür ist, dass die Angehörigen nur selten über die Wünsche der verstorbenen Person Bescheid wissen.

Mit der von uns angestrebten Gesetzesänderung soll dem Willen der Verstorbenen mehr Gewicht gegeben werden. Künftig soll das Gesetz festlegen, dass wir alle potenzielle Organspender sind, es sei denn, wir haben zu Lebzeiten unsere Ablehnung geäussert.

Auch wenn eine Person keine Organe spenden möchte, käme der Einhaltung ihres Wunsches mit dem Eintrag in ein nationales amtliches Register eine grössere Bedeutung zu. Angehörige von Personen, die eine Organspende ablehnen und sich in das Register eingetragen haben, werden vom Spital nicht kontaktiert. Im Fall der vermuteten Zustimmung zur Transplantation ohne Registereintrag wendet man sich dennoch an die Angehörigen und bespricht den mutmasslichen Willen der verstorbenen Person, geht aber klar davon aus, dass die verstorbene Person einer Organspende zustimmte, da sie sich andernfalls ins nationale Register hätte eintragen lassen.

Mit 14,2 verstorbenen Spendern pro Million Einwohner und Jahr (Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2016) verzeichnet die Schweiz eine zweimal tiefere Spenderate als Frankreich, Österreich oder Italien.

Bis auf Deutschland kennen alle unsere Nachbarländer, wie auch viele weitere europäische Länder, den Grundsatz der vermuteten Zustimmung. Die Spenderzahlen in Frankreich, Österreich und Italien sind doppelt so hoch pro Million Einwohner im Vergleich zur Schweiz. Mit dem Aktionsplan hat Swisstransplant zusammen mit den Spezialisten der Intensiv- und Notfallstationen zahlreiche Massnahmen auf Spitalebene umgesetzt und so die Strukturen und Prozesse in den Spitälern aufgebaut, wie sie in Frankreich und Österreich seit Jahren etabliert sind. Die Ablehnungsrate in diesen Ländern liegt zwischen 25 und 30 %, im Vergleich zu über 60% in der Schweiz, was wir letztendlich vor allem auf die Zustimmungsmodalität zurückführen.

Sieben menschliche Organe dürfen in der Schweiz gespendet und transplantiert werden: Herz, Lunge, Leber, beide Nieren, Dünndarm, Pankreas.

Zu den transplantierbaren Geweben zählen die Hornhaut, fötale Haut und Membranen, kardiovaskuläre Gewebe (Herzklappen und Blutgefässe) sowie Gewebe des Bewegungsapparats wie Knochen, Knorpel, Sehnen und Bänder.

Eine Organspende ist nur dann möglich, wenn der Tod des Spenders durch Hirntoddiagnose von zwei unabhängigen Fachärzten nach den Richtlinien der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) festgestellt worden ist.

Ziele und Zielpublikum

Mit diesem Projekt soll die Anzahl der Organspender in der Schweiz markant erhöht werden.

Die Initiative bezweckt eine Gesetzesänderung dahingehend, dass jede verstorbene Person automatisch Organspender wird, ausser man lehnt dies ab und trägt sich entsprechend in ein amtliches Register ein. Dies ist das Prinzip der vermuteten Zustimmung (Widerspruchslösung).

Alle Schweizer Stimmberechtigen werden darüber abstimmen – von der Organspendethematik ist jedoch die gesamte Bevölkerung betroffen.

Warum sollte dieses Projekt unterstützt werden?

In erster Linie, um Leben zu retten, aber auch, um der Bevölkerung die Gelegenheit zu geben, sich eingehender mit der Widerspruchslösung zu befassen und sich eine Meinung zu bilden.

Sollte die Initiative abgelehnt werden, hätte sie in der breiten Bevölkerung zumindest die Thematik ins Bewusstsein gerufen und Diskussionen im Familienkreis angeregt, wodurch auf jeden Fall die Anzahl der Spender steigen würde.

Was passiert, wenn das Volk der Widerspruchslösung zustimmt?

Praktisch bedeutet dies, dass alle Personen ab dem 16. Altersjahr (oder bei Ankunft in der Schweiz) ihren Organspendestatus innert nützlicher Frist selbst festlegen. Eine Datenbank soll dabei helfen, die medizinische Administration zu erleichtern. Der eigene Organspendestatus kann während des ganzen Lebens geändert werden. Meldet man sich nicht, gilt der Grundsatz der vermuteten Zustimmung zur Organspende.

In Ländern wie Österreich, Italien, Frankreich, Spanien oder Finnland wird die Widerspruchslösung bereits angewendet. Personen, die ihre Organe nicht spenden wollen, tragen sich dort in ein zentral geführtes Register ein.

Nötige Mittel

Um diese Initiative erfolgreich durchzuführen und die mit der Lancierung und der Sammlung der 100’000 Unterschriften verbundenen Kosten (Portogebühren, Infrastruktur, Werbung, Kommunikation) zu tragen, werden Gelder benötigt.

Volksabstimmung

Im September 2012 hat Nationalrat Laurent Favre (Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit) eine Motion eingereicht, die in die gleiche Richtung zielt wie unsere Initiative.

Der Nationalrat hat die Motion angenommen, der Ständerat hat sie jedoch anschliessend abgelehnt. Die Ablehnung wurde hauptsächlich damit begründet, dass abgewartet werden soll, wie sich die Massnahmen des Aktionsplans von Bund und Kantonen auswirken würden. Die Massnahmen sind heute auf Spitalebene sowie mit der Kampagne des Bundesamts für Gesundheit BAG umgesetzt, allerdings ohne spürbare Auswirkung auf die Spenderate.

Wir sind überzeugt davon, dass sich nun das Volk dazu äussern sollte, dass dadurch Diskussionen angeregt werden und dass so letztlich die Anzahl der potenziellen Organspender ansteigt.

Nächste Schritte

Wir erhalten Unterstützung von verschiedenen bedeutenden Akteuren, darunter Pierre-Yves Maillard (Staatsrat des Kantons Waadt), Franz Immer (CEO Swisstransplant) sowie vom Stiftungsrat von Swisstransplant. Bei der Umsetzung dieser Initiative arbeiten wir Hand in Hand mit Swisstransplant.

Unsere Initiative wurde bei der Bundeskanzlei eingereicht und wird am 17. Oktober 2017 im Bundesblatt publiziert. Am selben Tag findet um 10.00 Uhr in Bern eine Medienkonferenz statt.

Wir haben den Verein «Initiative pour le don d’organes» gegründet.

Wir sollten 120’000 bis 130’000 Unterschriften sammeln, um sicherzugehen, dass mindestens 100’000 davon gültig sind. Dazu haben wir 18 Monate Zeit. Wir haben vor, überall dort präsent zu sein, wo es potenziell Unterschriften zu sammeln gibt. Deshalb benötigen wir Hilfe.

Wir stehen in Kontakt mit Claudia Chinello, der Vizepräsidentin unserer Organisation auf nationaler Ebene, die dem Projekt äusserst positiv gegenübersteht. Etienne Dayer hat uns seine Unterstützung ebenfalls zugesagt.

Zudem haben wir mit der Raiffeisenbank ein Crowdfunding für die weitere Beschaffung von Mitteln eingerichtet.

Wichtig

Mit der Lancierung der Initiative wird sicherlich auch das Interesse der Medien geweckt. Bis dahin sind ALLE über das Thema orientiert, und jede und jeder hat eine eigene Meinung dazu.

Es ist sehr wichtig, dass wir präzise, klar und POSITIV kommunizieren, was diese Initiative bringt, um eine zu kontroverse Debatte um das Thema zu vermeiden.

In der Vergangenheit sind schon ähnliche Projekte schlecht erklärt worden, und es kamen Ängste auf, was zu einem gegenteiligen Effekt führte als dem gewünschten. Deshalb müssen wir unserer Kommunikationsweise besondere Beachtung schenken.

Es wird auch eine Schulung für alle geben, die beabsichtigen, für die Unterschriftensammlung Stände aufzustellen. Dadurch sollen alle an den Ständen mit Antworten auf jede mögliche Frage und auf verschiedenste Einwände ausgerüstet sein.


JCI Riviera (Mélanie Nicollier)

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